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Als ich 1969 in Trossingen das Licht der Welt erblickte, war mir
noch nicht klar was Auto-
Cross in Trossingen für mich mal für eine Bedeutung einnimmt!
Aber nun mal von
vorne
Es muss wohl so 1976 gewesen sein, als ein Gast von uns zu
meinen Eltern sagte, ich nehme Volker am Sonntag mit zum
Auto-Cross. Die damalige Strecke war dort wo jetzt die Kreuzung
zur Firma TR Electronic ist. Stellt euch vor das Bähnle, heute
nennt man es Ringzug, hielt auf freier Strecke um Besucher
aussteigen zu lassen.
Ab diesem
Zeitpunkt war ich infiziert!
Ein Jahr später war ich dann schon in der Schule und sah die
orangefarbenen Schilder. Ich ging meinen Eltern solange auf die
Nerven, bis sie Übernachtungsgäste von uns fragten, ob ich am
Sonntag mit zum Rennen darf. Die Antwort werde ich nie vergessen:
"Na klar, dann steht er ihnen schon nicht im Weg herum"! Mit
Namen waren dies Manfred Piller und Rolf Mang aus der Schweiz.
Dieser Sonntag war
ein Traum
Ich durfte Sachen machen wie im Rennauto sitzen, mit zur
Startaufstellung fahren und vieles mehr. Ihr wisst schon was ich
meine - ich fühlte mich wie ein König!
So gingen einige Jahre ins Land. Ich muss so ca. 12 Jahre alt
gewesen sein, da gewann Piller einen Pokal. Seine Frau war nicht
dabei und es stellte sich die Frage wer die Ehrenrunde fährt.
Ich schrie schnell: "Das mach ich"! Manfred überlegte, kannst du
das überhaupt? Klar sagte ich und er lies mich fahren. Was ich
nicht bedacht hatte war, das Manfred einen halben Meter größer
war als ich: Die Pedale erreichte ich nicht wenn ich im Sitz saß
- also vor den Sitz sitzen, dann sah ich nicht mehr vorne raus,
aber ich hab es doch irgendwie geschafft.
Ich weiß nicht wie ich meine Gefühle beschreiben soll, weil
König reicht nicht mehr!
Auf dem Rennplatz geschah immer einiges. Einmal gab es eine
Benzindusche weil der Ersatzkanister in der Sonne lag und ich
mal wieder nicht nah genug dran sein konnte. So gingen die Jahre
ins Land und nur Rennen ansehen war mir zu langweilig.
Mittlerweile hatte ich mich auch mit Papa Lehmann angefreundet.
In der Praxis hieß das dann Rasen mähen, Schilder aufhängen,
Fahnen holen usw...
Das war vielleicht
ein Anschiss..!
Eine andere Klippe
musste ich mit zehn Jahren noch umschiffen, als Pfarrer Rohr zu
Hause anrief und meinen Eltern erklärte, er könne mir die
Kommunion nicht erteilen. Meine Eltern waren schockiert: "..aber
der geht doch immer zum Unterricht.."! Was sie aber nicht
wussten war, dass "mein Religionsunterricht" in der "Teufelsgurgel"
stattfand, mit dem Balkenmäher und anderem Werkzeug. Mit der
Kommunion hat es dann doch noch irgendwie geklappt, aber das war
vielleicht ein Anschiss!
Mittlerweile ging ich auf die Realschule, konnte also mit dem
Fahrrad zur "Teufelsgurgel" aufs Rennen. Zu meiner Zeit war
Samstag ja noch 14 tägig Schule - und wann waren die Rennen?
Leider immer an Schulwochenenden! Nach der Schule ab aufs Rad
und zum Rennen-Ranzen zu Papa Lehmann in den Bus und ab. Ich
weiß nicht wie oft meine Eltern den Ranzen am späten Sonntag
Abend noch in der Lupfenstrasse hohlen mussten.
Zu diesem Zeitpunkt hat mich das "Lüssi Team" schwer beeindruckt.
So lernte ich auch Jonny Böll kennen, weil der musste ja gut
sein, wenn man Zweiter wird hinter Kurt Senteler in der Klasse
7. Ach so Piller und Mang fuhren nicht mehr. Als ich mit Jonny
und Sweeti so sprach fragten die mich wer ich bin und ab dem
nächsten Rennen wohnten sie dann immer bei uns. Was da so alles
geschah im Laufe der Zeit würde ein ganzes Buch füllen, aber es
war schön!
Diese Freundschaft
war prägend für mich
Als ich sechzehn Jahre alt war, fuhr ich mit dem Moped bis nach
La Chot de Fonds nur fürs Auto-Cross, aber es war nirgends so
toll wie in Trossingen. Später kam dann der Beruf - ab da war es
für mich schwierig, aber die Liebe zum Auto-Cross blieb.
Irgendwann fasste ich den Entschluss den Imbiss zu betreiben,
dann konnte ich wenigstens auf dem Cross sein. Gesehen hab ich
allerdings nichts, nur gehört. Legendär waren die Hähnchen am
Samstag Abend durch die Hintertür direkt ins Fahrerlager. Meine
Kinder gehen mittlerweile auch aufs Cross - sie sind auch
infiziert! Alles was ich erlebt habe soll ihnen und anderen
jetzt versagt bleiben? Das ist schade und ich könnte heulen!
Vielleicht kommt
ja noch der rettende Strohhalm, ich würde es mir wünschen, dem
Verein und Allen die mit dem Auto-Cross in Trossingen zu tun
haben. Nun können wir alle nur hoffen wieder mal strahlende
Kinderaugen, wie es meine über Jahre waren, in Tossingen zu
sehen wenn dort die Ampel doch wieder grün wird und die Rennen
starten!!!!!
LG Maitre
P.S.:Hoffentlich ist mir keiner böse weil ich ihn nicht erwähnt
habe aber beim Schreiben habe ich an viele Andere gedacht:Uli
Grenacher,Urs Studer, Sonja Beck, Hermann Liedke, die Behms,
Clemens Kroll, Adelhilde Baumann, Beat Zbinden, Rolf Haas,
Michael Straub, Pius Lang, Rainer Kroll, Manfred Ohnmacht, Rolf
Schairer, Fritz Baumgartner, Fritz Scherer, Beppo Schnee, Rudi
Schiess, Paul Gehl und viele mehr!
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