Stock-Car-Club Trossingen e. V.


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95. Auto-Cross in Trossingen

Von Armin Kapp

 

Zwei Runden unter einer Minute: Beppo Schnee erzielt neuen Rekord!

Die 95. Auflage des Internationalen Auto-Cross in Trossingen kann als durchwachsene Veranstaltung bezeichnet werden: Relativ schlechtes Wetter am Samstag schreckte offenbar viele Besucher ab, wenn gleich doch die Teilnehmer-Zahlen deutlich über dem Sommerrennen lagen. Und erstmals verwunderlich stimmt auch die Tatsache, dass einige internationale Gastfahrer nicht in Trossingen am Start waren, die man eigentlich doch erwartet hatte. Aber trotz dieser Missstände ging es insbesondere am Sonntag hoch her in der Trossinger Teufelsgurgel – und der Sport stand einmal mehr im Vordergrund.

Bereits bei den Vorläufen am Samstag zeichnete sich ab, dass die Fahrer die Platzierungen im Kampf um die Meisterschaft zum 3-Nationen-Cup sehr ernst nahmen. Knallharte Positionskämpfe mit spektakulären Szenen spielten sich auf der äußerst schmierigen, feuchten Piste ab und Materialschäden gingen einher mit Fahrzeugausfällen.

Klasse 1 - Serienfahrzeuge bis 1400 ccm

Mit der Axt wurde gar in der kleinen Serienklasse bis 1400 Kubik gekämpft: Hier lieferten sich Rainer Kroll (VW Polo) und Jürgen Schiller (Opel Corsa) ein sehenswertes Duell auf des Messers Schneide, das mit packenden Duellen nur so gespickt war.

Der harte Kampf sollte seine Fortsetzung auch am Sonntagmorgen finden – und geradezu spektakulär enden:

Schiller war derartig in das Überholmanöver mit Kroll vertieft, dass er trotz Warnung der Streckenposten ein vor ihm stehendes Fahrzeug auf der Strecke übersah. Ein kapitaler Frontschaden am Corsa war die Folge – und das zuvor ausgefallene Fahrzeug auf der Strecke fand sich im Graben wieder!

Rainer Kroll hoffte insgeheim auf einen Crash-Vorteil – doch sollte er die Rechnung ohne den „Blechfigaro“ Jürgen Schiller machen, der zum Endlauf die schlimmsten „Bügelfalten“ aus dem Corsa dengelte und doch tatsächlich den packenden Endlauf vor Kroll gewann!

Beim Handicap-Lauf am Sonntag aber verzichtete Schiller dann doch auf den Start, obwohl er diesen Lauf schon einmal gewann. Kroll ging dafür mit dem Polo an den Start und schlug sich tapfer.

Ein Mal mehr standen auch wieder die Eigenbau-Fahrzeuge im Mittelpunkt der Veranstaltung

Die spektakulären Gitterrohr-Konstruktionen ließen es wieder so richtig fliegen in der Teufelsgurgel, wobei besonders aus Trossinger Sicht Uwe Sperling überzeugen konnte und auf einen vierten Platz vor der Schweizer Konkurrenz kam. Sperlings Porsche war ja schon aus dem Vorbericht zur Veranstaltung bekannt und wurde der „Local-Hero“-Rolle gerecht!

A propos „Local Hero“: Einer, der es ja absolut nicht lassen kann, ist der schon legendäre Bernhard „Paule“ Gehl! Das Urgestein aus der Käfer-Szene hat sich wieder einmal einen neuen VW-Käfer aufgebaut und wie es sich für den „Paule“ gehört, achtet man auch auf die Optik: In fast schon klassisch anmutendem grau auf schwarz präsentierte sich Gehl`s neuer Renner, mit dem Paule auch gleich auf den ersten Rang kam! Das Kuriose an der Geschichte ist die Tatsache, dass es sich beim zweitplatzierten Fahrzeug um Gehl`s ehemaligen Rennwagen handelte – und ein weiterer grüner Käfer ist schon seit zwei Jahrzehnten in dieser Klasse unterwegs. Dreimal dürfen Sie raten, wer auf diesem Fahrzeug reihenweise Pokale sammelte.

 

International hochinteressant und sehr spannend verlief der Lauf der Klasse 8/1

Die Allrad- Abarth-Fahrzeuge sorgten mit Abflug und Überschlag für reichlich Action und der sauber ausgefochtene Fight zwischen dem Österreicher Thomas Stöby und dem Hilzinger Michael Hägele endete mit einem Pokalsieg ins Alpenland: Stöby (A-Dornbirn) konnte seine hauchdünne Führung von einer halben Fahrzeuglänge bis ins Ziel halten. Im Saab, um den Saab und um den Saab herum gibt es im Auto-Cross-Sport nur einen Namen: Senteler. Dieser Urbegriff scheint nunmehr auch in der zweiten Generation die Pokale reihenweise abzuräumen. Lars Senteler aus der Schweiz macht es seinem Vater Kurt nach und siegt auf dem alten Saab 900 Turbo. Auch privat ist Lars Senteler mit einem alten Schweden der Flugzeugbau-Firma unterwegs: Sein 900 Turbo ist mit Anhängerkupplung ausgerüstet und zieht die „alte Siegesmaschine“ von Rennen zu Rennen.

Einen kuriosen Auftritt hatte auch „Vater“ Kroll: Der „Herr des Handicap-Laufs“ (so benannt, da er für die komplizierte Startprozedur verantwortlich ist) setzte sich als „Verkaufsfahrer“ mal eben zu Vorführzwecken ans Steuer des gelben PILA-Käfers, den er im Auftrag verkaufen soll, und heizte so richtig ein: Zusammen mit Wolfgang Kropf und dem 500er-Käfer sorgte er für Stimmung auf den Rängen, bei der allerdings Kropf als Sieger hervorging. Kroll landete auf einem zweiten Platz – wie sein Sohn – und zeigte deutlich, dass er von seiner fahrerischen Klasse nichts verlernt hat.

Enttäuschend verlief der Start der Klasse sechs: Die ansonsten beim Publikum äußerst beliebten Serien-Abarths bis 1600 Kubik sind auf nur noch vier Fahrzeuge zusammen geschrumpft. Da kam Harald Steinert`s neu aufgebauter Golf gar nicht richtig zur Geltung, mit dem er sensationell klar gewann.

 

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Zwei Runden unter einer Minute: Beppo Schnee erzielt neuen Rekord!

Jubelklänge und Standing Ovations hingegen für den König der Teufelsgurgel: Berthold „Beppo“ Schnee zeigte auf seinem Eigenbau eine sensationelle Leistung. Bereits in seiner Klasse setzte Beppo mit einer Rundenzeit von unter 30 Sekunden die Tagesbestzeit. Schnee fuhr die bestimmt nicht schwache Eigenbau-Konkurrenz in Grund und Boden und der blaue Renner kam am besten quer! Da durfte man sich schon auf das Handicap-Finale freuen, bei dem so szenebekannte Namen wie Thomas Seiz (AUDI), Harald Steinert (VW Golf), Bernhard Gehl (VW Käfer) oder eben Beppo Schnee an den Start gingen.

Und hier schien Beppo noch einmal in den Zaubertrank gefallen zu sein: Mit einer Rundenzeit von 25,7 Sekunden in der Anfangsrunde markierte er eine neue Tagesbestzeit – und zwei Runden unter einer Minute hat vor ihm wohl kaum ein anderer Handicap-Fahrer in der Teufelsgurgel hinbekommen! 

 

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